Mutaras Geschichte

- Mutara, die energische Führerin -

Mutara
Mutara (Dez.2011)

Name:                 MUTARA

 

Geschlecht:     weibl. Tier

 

Geboren:           20.7.2009  (geschätzt)

 

Gerettet:           27.7.2009

                                (d.h. im Alter von

                                ca. 1 Woche)

 

Lebt jetzt wo:  In Ithumba,

                                Tsavo East NP

 

Am gleichen Tag, als auch Tano gerettet wurde (am 26. Juli 2009), wurde ein zweites Elefantenbaby alleine herumwandernd entdeckt: An der Straße zwischen der Stadt Rumuruti und der ADC Ranch (bekannt als "Mutara") in Laikipia im Norden Kenias entdeckten Mitarbeiter der Mutara Ranch den winzigen, offenbar erst neugeborenen Elefanten, und der KWS wurde angerufen. An diesem Tag war es leider zu spät für eine Rettung, und so kümmerten sich die Mitarbeiter der ADC Ranch auch noch darum, daß das empfindliche Elefantenbaby die Nacht heil übersteht und kontaktierte deshalb die Ol Pejeta Conservancy, damit das Kalb dort die Nacht verbringen konnte. Das Baby wurde dann auch nach der Ranch, die sie vor dem sicheren Tod bewahrt hat, "Mutara" genannt.

 

Der Grund dafür, daß sie zur Waise geworden ist, ist nicht sicher bekannt, aber es ist wahrscheinlich, daß ihre Mutter Wilderern zum Opfer gefallen ist.

 

Und so wurde das Kalb am nächsten Tag, den 27. Juli 2009, mit East African Air Charters in einer kleinen Cessna 206 nach Nairobi geflogen, um in der Nursery unterzukommen. Mit ihrer Ankunft waren es 24 Waisenelefanten in der Nursery.

Da die Nabelschnur noch sichtbar war und sie deshalb nur maximal eine Woche alt sein konnte, befürchtete man, daß das Kalb die erste Kolostralmilch der Mutter gar nicht bekommen hatte, die ihr Immunsystem in Gang bringen sollte. Deshalb gab man dem Baby Elefantenplasma von dem tiefgefrorenen Vorrat als Infusion in eine Vene im Ohr.

 

Mutara war dann bald gut befreundet mit Tano, die am selben Tag wie sie gerettet worden war, und sie war überhaupt von Anfang an freundlich zu Menschen und zu den anderen Elefanten in der Nursery. Anfangs bildete sie zusammen mit Tano und Isiolo eine kleine Baby-Gruppe.

 

Isiolo starb leider, und Shukuru kam ca. 1 Monat nach Mutara in der Nursery an, und dann bestand die sogenannte "Tano-Babygruppe" aus den 3 Zwergen Tano, Mutara und Shukuru, um die sich Olare besonders kümmerte (Jan. 2010).  Etwas später übernahm Suguta, die sich damals zur Leitkuh entwickelte, die Oberaufsicht über die Kleinen.  Mutara selbst zeigte aber auch von Anfang an (d.h. im Alter von weniger als einem Jahr), daß sie das Zeug zur Mini-Leitkuh hat. Als Murka mit ihrer schweren Verletzung neu in der Nursery war (August 2010), war Mutara immer in ihrer Nähe, um sie zu trösten und zu beschützen.

Schon im November 2010 war sie die Ersatz-Leitkuh der Nursery.

 

Als ebenfalls im November 2010 Suguta, die bisherige Matriarchin der Nursery-Elefanten, nach Ithumba gebracht werden sollte (zusammen mit Melia und Tumaren), entstand bei den frühmorgendlichen Vorbereitungen eine beträchtliche Unruhe unter den anderen Elefanten in ihren Ställen, da sie bemerkten, daß etwas Ungewöhnliches vor sich ging. Am meisten war Mutara außer sich, die erst versuchte, ihren Stallzaun niederzubrechen und dann über die Stalltür zu klettern, bis ein Keeper zu ihr zurückkam und sie wieder beruhigte. 

 

Als Olare, die darauffolgende Mini-Leitkuh, im Mai 2011 in den Tsavo NP gebracht wurde, wurden Mutara und Kalama die Nursery-Matriarchinnen.

Mutara ist ein sehr fürsorglicher Elefant und hat z.B. Dabassa bei seiner Ankunft in der Nursery (im August 2011) als Erste begrüßt.  Sie kümmert sich um alle, die ihre Hilfe und ihren Trost benötigen. So war sie ab Sommer 2011 (im Alter von 2 Jahren) schon die unangefochtene Chefin der Nursery-Babies. Sie wurde in dieser Tätigkeit von Shukuru unterstützt, und auch immer wieder mal von Turkwel.

Mutara kümmerte sich ganz besonders um Neuankömmlinge, Kleine, Schwache und Kranke, so z.B. um den Winzling Kithaka im Dezember 2011 und um Orwa, der zur gleichen Zeit sehr schwach in der Nursery ankam. Kithaka nuckelte oft an Mutaras Ohren. Sie hatte nichts dagegen, denn es gab ihm Trost und Zufriedenheit.

 

Mutara hat aber auch einige spezielle Lieblinge, - so z.B. Naipoki während Sommer/Herbst 2011.

 

Ab Oktober 2011 konnte Mutara ihre Milchflasche schon ganz alleine halten und brauchte dafür keinen Keeper mehr zur Unterstützung.

 

Dabassa, obwohl nur ein paar Monate älter als Mutara, war bald größer als sie, denn er ist ein Bulle. Shukuru ist ungefähr gleich groß wie Mutara. (Beide sind etwa gleich alt.)

 

Im Februar 2012 teilten sich Mutara, Tano, Shukuru und Turkwel die Leitung der Nursery Gruppe und verwöhnten alle Kithaka. 2/2012.  Diese Vier waren auch im März 2012 die Matriarchinnen in der Nursery und teilten sich die Pflichten dieses Postens. Die "Big Girls“ (Makireti, Mutara, Shukuru, Turkwel) liebten alle speziell die Jüngeren (Kainuk, Naipoki, Ishaq-B, Kihari, Sities – besonders aber Kithaka). 3/2012.

 

Makireti hatte sich im Mai 2012 dann auch zur Ersatz-Leitkuh nach Mutara entwickelt, neben den anderen o.g. Leiterinnen.

 

Mutara, Turkwel, Makireti und Kilabasi waren zu diesem Zeitpunkt eigentlich auch schon alt genug, um in den Tsavo umzuziehen, und das war auch geplant, sobald die Jahreszeit kühler würde (Plan im Jan. 2012).

 

Die großen Mädchen rangelten aber auch manchmal untereinander, wenn es darum ging, Besitz von einem der kleinen Schützlinge zu ergreifen, und Mutara griff dann ein, um die Streitenden zu trennen. Wie diplomatisch sie das machte, zeigt folgender Vorfall:

Kilabasi war dem kleinen Balguda gegenüber sehr besitzergreifend, und sie mochte ihn mit niemandem teilen, deshalb stieß sie am 31.5.2012 Shukuru von ihm weg. In den darauffolgenden Kampf zwischen Shukuru und Kilabasi griff Mutara ein und trennte die beiden. Sie ließ Kilabasi bei Balguda sein und tröstete andererseits Shukuru mit einer Rüsselumschlingung.

Als Matriarchin der Jüngeren in der Nursery entwickelte sich auch Sities heran.

 

Als der winzige Kinango in der Nursery ankam, war Mutara extrem aufgeregt und machte viel Aufhebens darum, ihn zu beschützen. Sie ließ wegen ihm sogar manchmal ihre eigene Milch stehen, nur um ihn unter ihren Körper zu schieben, damit er an ihr nuckeln konnte und zufrieden war. Den Keepern tat es dann leid, ihn unter ihrem Körper vorholen zu müssen, um ihm seine Milchflasche geben zu können, denn Mutaras Körper tröstete zwar, gab aber dennoch keine Milch! Mutara liebte den kleinen Kinango sehr, und er sie ebenfalls. (Sept. 2012)

 

Mutara war sehr entschlossen, die kleinen Babies zu beschützen und wurde in ihren Anstrengungen dazu auch durchaus mal grob zu anderen. Als Faraja im August 2012 neu in der Nursery ankam, versuchte sie sogar, das Tor zu seinem Stall aufzustoßen, um zu ihm zu gelangen (er war aber noch zu wild, um herausgelassen zu werden) (- das gleiche passierte bei Rukingas Ankunft im September), und sie stieß auch alle anderen Elefanten weg, wenn sie z.B. Kithaka ganz für sich allein haben wollte.

 

Abends, bevor sie in ihren eigenen Stall ging, ging sie nochmal zum Stall der Neuankömmlinge und kollerte ihnen beruhigend zu. Sie ist ein sehr wacher, lebendiger Elefant, der sich besonders viel um Andere kümmert. Zu allen Sorgenkindern lief sie immer wieder hin, um zu sehen, ob es ihnen gut ging. Solchen, die sich noch zu schwach fühlten oder zu traumatisiert waren für die Elefantengemeinschaft und sich abseits hielten, leistete sie Gesellschaft.

Auch wenn 2 Elefantenkinder stritten, ging sie dazwischen und separierte sie.

Mit Shukuru teilte sie sich die Fürsorgepflichten gerne. Shukuru ist Mutaras beste Freundin, und so war es gut, daß sie sich die Leitung der Gruppe oft teilten.

 

Als Makireti dann im August nach Ithumba gebracht wurde, wurde sie sogleich von Mutara (und Shukuru) vermißt und gesucht.

 

Am 14. Sept. 2012 war Mutara so übermütig, daß sie bei der Besucherstunde der Mittelpunkt war. Erst rannte sie zu ihrer Milch, dann warf sie das Grünzeug, das zum Fressen bestimmt war, herum, dann stieß sie alle Wassertonnen um und rannte an dem Seil entlang, das die Besucher von den Elefanten trennt und verursachte damit einen leichten Angstschrei bei den Gästen, der aber in Begeisterung umschlug. Dies ermutigte sie dann, noch mehr anzugeben!

 

Das Fußballspielen mit den Wassertonnen war immer wieder ein beliebtes Spiel bei Mutara und Shukuru. Beide gaben auch immer eine gute Show beim Schlammbad, in das sie so komplett wie möglich eintauchten.

 

Ab Oktober wurde Mutara zusammen mit Shukuru und Kilabasi für den Umzug nach Tsavo trainiert und an den Elefantentransport-LKW gewöhnt. Shukuru und Kilabasi gingen ohne Zögern zum Milchtrinken hinein, Mutara blieb aber mißtrauisch. Im Tsavo war es dann auch im November noch zu trocken, um die Waisen dorthin umzuziehen.

Mutara wurde jetzt auch gemeinsam mit den anderen älteren Nursery-Waisen (also Shukuru, Tano, Turkwel, Kilabasi, Murera und Sonje) umgestellt von der ganztägig 3-stündigen Fütterung auf nur 3 Milchmahlzeiten pro Tag (morgen, mittags und abends). Nachts war auch kein Keeper mehr bei ihnen im Stall. Alle haben dies gut verkraftet. (Nov. 2012)

Mutara war auch im Oktober und November 2012 viel beschäftigt mit all den Neuankömmlingen und den übrigen Kleinen. (Narok, Lemoyian, Rukinga, Teleki, Tikondo, Faraja, Bomani, Quanza, Ngasha, Kinango…) Trotz allem war Kithaka immer noch ihr Liebling (wie auch der von Shukuru und Kilabasi). Sie teilte ihre Aufmerksamkeit zwischen allen. Auch die anderen Big Girls hatten immer wieder zu tun, die noch trauernden Kleinen, die sich gerne von der Gruppe abseilten, wieder zurückzuholen. Auch wenn sich Babies erschreckten (z.B. vor Impalas) und um Hilfe schrien, wurden sie von Mutara und den anderen älteren Girls beruhigt und getröstet.

 

Anfang November kam eine CBS-Filmcrew in die Nursery, die die Babies filmen wollten, und Mutara war ganz schön im Stress damit, die kleinen Kälber vor der Film Crew zu beschützen.

 

Ishaq-B hatte begonnen, sich den jüngeren Nursery-Elefanten rüde zu benehmen, und so wurde sie der Gruppe der Älteren mit Mutara zugeteilt, denen es bald gelang, ihr gutes Elefanten-Benehmen beizubringen. Auch das ist eine Aufgabe von Matriarchinnen.

 

 Am 14.11.2012 waren 3 Giraffen bei der Besucherstunde als Zuschauer anwesend. Mutara bedrohte sie, aber die Giraffen ignorierten sie einfach. Da holte sie sich Verstärkung von Shukuru, Turkwel, Tano und Kilabasi, die dann alle trompetend auf die Giraffen zurannten. Die Giraffen begriffen und rannten davon, worauf die gesamte Herde triumphierend Büsche niedermachte und herumtrompetete.

 

Auch beim Vertreiben von Impalas oder einzelnen Büffeln, Löwen und Hyänen war Mutara immer vorne dabei.

Im Januar 2013 begann sich die Vorliebe von Mutara und Shukuru von Kithaka auf Lemoyian zu verschieben. Kithaka stand inzwischen Turkwel und Kainuk näher.

Als Lemoyian eines Tages gerade mitten im Schlammbad lag und sich einige der anderen größeren Elefanten dazudrängten und dabei Lemoyian am Rauskommen hinderten, schrie er laut, und sofort kamen Mutara und Shukuru angerannt, die die anderen vertrieben und Lemoyian aus dem Schlammbad halfen.

 

Das Training am LKW ging für einige der größeren Nursery-Elefanten weiter. Mutara und Sonje waren die beiden, die es aber immer noch vermieden, in die Nähe des LKWs zu kommen.

 

Am 24.1., als das Training der Milchgabe am LKW wirklich ernst wurde, kam Mutara endlich etwas näher an den LKW, blieb aber widerspenstig und mißtrauisch und weigerte sich, vollständig hineinzugehen. Shukuru und Tano gaben der Lockung der Milchflasche ohne zu zögern nach und gingen ganz entspannt in den LKW.

 

 Am nächsten Tag, am 25.1.2013, fand nämlich der Umzug von Mutara, Shukuru und Tano in die Auswilderungsstation Ithumba im Tsavo Nationalpark statt, der einen ganz neuen Lebensabschnitt für diese 3 Elefanten bedeutete.

 

Mutara war zu diesem Zeitpunkt schon 3 ½ Jahre alt, und deshalb wurde es Zeit für diesen Schritt. Man hatte so lange mit dem Umzug gewartet, weil der nördliche Teil des Tsavo die vergangenen Monate lang extrem trocken und heiß gewesen war, was den Waisen, die aus der gemäßigten grünen Klimazone Nairobis kamen, die Umstellung extrem erschwert hätte.

In der Erwartung, besonders mit Mutara Schwierigkeiten zu haben, sie sicher in den Elefantentransporter zu bekommen, standen die Keeper an diesem Tag besonders früh auf.

 

Mutara bekam eine Extraportion Stresnil, um ihre Nerven zu beruhigen und sie einfacher bewegen zu können. Als Erste betrat Tano ihr Stallabteil im LKW ohne Probleme. Auch Shukuru folgte verschlafen und entspannt ihrem Keeper in ihr LKW-Abteil.

 

Mutara kam als letzte dran, und, wie erwartet, folgte sie den Keepern nur bis zu einer bestimmten Distanz zum LKW und weigerte sich dann, weiterzugehen. Man verwendete vorbereitete Zug-Gurte und befestigte sie vorsichtig an ihren Vorderbeinen und am Unterbauch. Das andere Ende der Gurte war an einem Fahrzeug hinter dem LKW befestigt, das dann losfuhr und mit der Hilfe von schiebenden Keepern Mutara langsam in den LKW bugsierte. Als sie dann schließlich in ihrem LKW-Abteil war, beruhigte sie sich schnell wieder mit den angebotenen Leckereien, der Milch und besonders der Nachbarschaft von Shukuru und Tano. Es war 4 Uhr morgens, als sich der LKW dann Richtung Ithumba in Bewegung setzen konnte. Die Fahrt durch die kühle Nacht lief ruhig, und nach der üblichen Pause in der Nähe der Hunters Lodge, wo die Elefantenbabies neues Grün geschnitten bekamen, kamen sie um 10 Uhr morgens in der Auswilderungsstation in Ithumba an. Die dort ansässigen milchabhängigen Waisen warteten schon auf die Neuankömmlinge aus Nairobi. Als die drei Reisenden aus ihrem LKW-Abteilungen herausgelassen wurden, waren Kilabasi und Kanjoro, die gerade vor wenigen Tagen ebenfalls erst auf Nairobi angekommen waren, die ersten, die sie sofort wiedererkannten und begrüßten. Die drei Neulinge waren anfangs noch etwas benommen von der Reise und sehr eingeschüchtert von der neuen Umgebung, und so hielten sie sich erst einmal ganz eng an die Keeper, die mit ihnen von Nairobi gekommen waren, - während die restlichen Ithumba-Waisen um sie herum waren, sie neugierig und liebevoll berührten und sie mit kollernden Lauten ermutigten.

 

Nach einer Weile des gegenseitigen Kennenlernens gingen alle gemeinsam in den Busch, um sich dort an dem frischen Grün gütlich zu tun. Kanjoro war besonders glücklich, seine Nursery-Matriarchin Mutara wiederzusehen und folgte ihr überallhin. Kilabasi zeigte den Neuankömmlingen die Gegend. Zurück in den Stockades abends, besprühten sich die Neuen sehr ausgiebig mit Wasser, da sie die Hitze des Tsavo nach der relativen Kühle in Nairobi noch nicht gewohnt waren. Die Nacht verbrachten sie dann in den größeren Gehegen der Stockades zusammen mit anderen Waisen. Auch das war erst einmal ungewohnt, aber die Neuen fanden sich bald in diese Ordnung ein.

Am nächsten Morgen kam eine Gruppe der Ex-Waisen zu den Stockades, und im Schlepptau hatten sie einen großen wilden Bullen. Interessanterweise beruhigten sich die 3 Neulinge beim Anblick der größeren Elefanten, und sie gingen sofort direkt auf sie zu, um sie zu begrüßen. Dann pendelten sie aber doch wieder zu den Keepern zurück, um sich dort moralische Unterstützung zu holen, besonders, als der wilde Bulle viel Lärm machte, als er diese seltsame Mischung aus Menschen und Elefanten beobachtete, die so gut miteinander auskamen. Als wild aufgewachsener Bulle traut er Menschen verständlicherweise nicht, und seine sofortige Reaktion war, die Waisen vor den Keepern zu beschützen. Die Waisen jedoch wollten eng bei ihrer menschlichen Familie, den Keepern, bleiben, und das zu sehen war für den Bullen sehr verwirrend.  Das war sicher eine sehr interessante Szene!

 

Alle zusammen gingen dann raus in den Busch, um dort zu fressen und zu spielen, und um am Abend wieder zu den Stockades zurückzukehren - und das würde nun bald Alltag für die Neuankömmlinge werden, so lange, bis sie keine Milch mehr brauchen und sie sich sicher genug in der Wildnis fühlen, um nicht mehr von den Keepern abhängig zu sein.

 

Ein paar Tage später waren sie dann schon an das neue Klima und an die tägliche Routine in Ithumba gewöhnt. Schon am 2. Februar führte Mutara erstmals wieder die Gruppe an, was später dann noch sehr oft passierte. Sie ist in Ithumba sofort zur Führerin der Gruppe der Jüngeren geworden.

 

Als Anfang April weitere Elefanten von der Nursery ankamen (Sities, Turkwel und Kainuk) standen sie und ihre Gruppe bereit, um ihre "alten Bekannten" zu empfangen. Diesmal war dann Mutara in der Willkommensgruppe, und die Neuen folgten ihr und ihrer Gruppe anfangs ganz nah überallhin.

Mutara machte nun die Spiele der Ithumba-Waisen mit - Drück- und Schiebespiele mit Kalama, Chemi-Chemi, Ololoo oder einem anderen Elefanten. Am 20.4.2013 wollte Ololoo auf Mutara aufsitzen, wurde aber von Kilaguni daran gehindert. Beim Schlammbad war sie meist eine der Aktivsten. Auch wenn es den anderen manchmal zu kühl fürs Schlammbaden war, ging Mutara trotzdem hinein. Und fast immer führte sie die Gruppe an, wenn sie zum nächsten Ziel aufbrach.

 

Im Oktober begann sich die Gruppe der etwas älteren Waisen um Suguta abzuspalten und sich immer öfter tagsüber alleine (also ohne Keeper) im Busch zu bewegen. So wurde Mutara nun die unangefochtene Führerin der Gruppe der Jüngeren Waisen, die noch mit den Keepern mitgeht.

In ihrer Gruppe sind Shukuru, Kilabasi, Sities, Turkwel, Kainuk und Kanjoro.

 

Am 17.11.2013 kamen wieder neue Waisen von Nairobi an, und Mutaras Gruppe bekam dadurch Zuwachs (Laragai, Bongo und Narok). Mutara war beim Willkommen wie üblich unter den Vordersten.

 

Am folgenden Tag kam Ex-Waise Lualeni zu den Stockades, und die Neuen, Narok und Laragai, hielten sich sofort eng an sie. Als sie sich später im Busch dann verabschiedete, waren die beiden sehr unruhig und wollten ihr dauernd nachrennen. Am Schlammbad rannten sie wieder davon, diesmal gefolgt von allen anderen Waisen. Die Keeper versuchten ihnen zu folgen, aber konnten nur eine Gruppe finden und erst später holten sie die anderen ein, nämlich Laragai, Narok, Mutara, Sities, Turkwel, Kainuk und Kilabasi, um sie spät abends endlich wieder zurück zu den Stockades zu bringen.

Am nächsten Tag ging es wieder so, daß Narok und Laragai nervös waren und allen voraneilten, gemeinsam mit Mutara, Sities, Turkwel, Kainuk und Kilabasi. Sie waren dann tatsächlich für die Keeper bis zum Abend nicht mehr auffindbar. Sie mußten also die Nacht in der Wildnis verbringen.

Auch an den folgenden 2 Tagen blieben die 7 Waisen unauffindbar. Erst am 22.11. konnte die fehlende Gruppe vom Flugzeug des Trusts aus in der Nähe des Zauns erspäht werden. Die Keeper folgten der Richtung zu Fuß und riefen nach den Waisen. Als die Elefanten die Keeper hörten, liefen sie sofort auf sie zu, offenbar sehr erleichtert, wieder in ihrer Obhut zu sein. Der Heimweg gestaltete sich wegen eines Gewitters ziemlich mühsam, aber um 7 Uhr abends hatten sie die Stockades endlich erreicht. Es war eine große Erleichterung, sowohl für die Keeper als auch für die Ausreisser!

 

Dies war die erste Erfahrung Mutaras, einem noch sehr jungen Elefanten, in der Wildnis auf eigene Faust einige Nächte zu verweilen, und ganz offensichtlich wird es noch eine gute Zeit dauern, bis sie selbstsicher genug ist, um unabhängig im Busch leben zu können. Obwohl Mutara die Matriarchin der jüngeren Gruppe ist, hat auch sie noch viel zu lernen. Bis dahin werden aber immer die Keeper und ihre älteren Elefantenfreunde da sein, um ihr und ihrer Gruppe den Übergang zu zeigen und zu erleichtern.

Stand: Jan. 2014

- Birgit Hampl -

 

 

Mutaras Kennzeichen:

 

Mutara re. Seite
Tiefe Falten am ganzen Körper. Auf ihrer rechten Seite oben 2 "2-spurige" gerade Streifen
Mutara li. Seite
Auf ihrer linken Seite tiefe Faltenstreifen, deren mittiger nach vorne in eine Art "Dreizack" ausläuft. Sehr hohe, relativ eckige Stirn.

Mutaras Gesicht
Auf der Stirn halbmondförmige Bögen. Erste 2 Rüsselansatzfalten treffen sich mittig.

- Birgit Hampl -

(2/2014)

 

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